
1.Juli um 16Uhr - Jungfernstieg Hamburg /
„Wie soll ich arbeiten, wenn mein Kind nachmittags nicht mehr betreut wird? Und dann soll auch noch die Rente für pflegende Angehörige gekürzt werden.“
Das sind die verzweifelten Worte vieler Mütter im Moment. (Ja, es betrifft auch viele Väter. Doch nach wie vor sind es vor allem Mütter, die den Großteil der Care-Arbeit leisten und für die finanzielle Autonomie oft ohnehin schwer erreichbar ist und nun noch unerreichbarer zu werden scheint.)
In meinen WhatsApp-Gruppen jagt derzeit eine Meldung die nächste: Hier ein offener Brief eines Elternrats, dort die Einladung zu einer Notsitzung, dann wieder Berichte über Sparpläne in der Eingliederungshilfe oder der Pflegeversicherung. Sprachlosigkeit und Angst machen sich breit.
Momentan überschlagen sich die Entwicklungen, und ich möchte dieses Journal nutzen, um euch ein wenig mitzunehmen. Es fällt gerade schwer, den Überblick zu behalten. Zu viele Entscheidungen, Ankündigungen und Unsicherheiten treffen Familien mit pflegebedürftigen Kindern und Menschen mit Behinderungen gleichzeitig.
Ich versuche, die wichtigsten Informationen hier zu sammeln, einzuordnen und sichtbar zu machen, was diese Entwicklungen für die betroffenen Familien bedeuten.
Von Herzen,
Sarah
