Geplante Kürzungen im Verborgenen: ein Angriff auf soziale Teilhabe

Schon seit vielen Tagen möchte ich über dieses Arbeitspapier berichten.
Aber ehrlich gesagt: Es fällt mir schwer.

Wie ihr wisst, bin ich Mama einer Tochter mit Behinderung. Und die Entwicklungen der letzten Monate, zusammen mit unseren eigenen Erfahrungen, sind teilweise so belastend, so erschreckend, dass mir oft die Worte fehlen. An vielen Tagen habe ich das Gefühl, dass jedes Wort vergebliche Mühe ist. Dass es keine wirkliche Relevanz hat ob man hier im Blog oder auf instagram etwas schreibt. 

Vielleicht kennt ihr das: Wenn der ganz normale Alltag schon so viele Ressourcen kostet, dass kaum noch Kraft bleibt, um Dinge einzuordnen, geschweige denn öffentlich zu machen.

Und gleichzeitig ist da diese Angst vor der Zukunft.
Ich spüre bei mir selbst eine Tendenz, mich mehr und mehr zurückziehen zu wollen. Gedanken wie: Wir müssen das zukünftig alles noch mehr alleine schaffen. Wir können uns auf noch weniger Unterstützung verlassen.

Und genau deshalb ist es so wichtig, darüber zu sprechen. 

Was derzeit hinter verschlossenen Türen diskutiert wird, ist alarmierend: Ein internes Arbeitspapier, das jetzt veröffentlicht wurde, zeigt, dass Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände massive Kürzungen bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen prüfen.

Mehr als 70 konkrete Vorschläge mit einem Volumen von über 8,6 Milliarden Euro und das ist nur ein Teil der tatsächlichen Einsparpläne. Denn viele Maßnahmen sind noch nicht einmal beziffert.

Die möglichen Folgen sind gravierend: Individuelle Rechtsansprüche auf Schulbegleitung könnten gestrichen, Unterstützungsleistungen für junge Menschen reduziert und zentrale Rechte von Menschen mit Behinderungen eingeschränkt werden. Einige der Vorschläge stehen sogar im Widerspruch zu internationalen Menschenrechtskonventionen.

Was unter dem Titel „Effizienter Ressourceneinsatz“ verhandelt wird, bedeutet in der Realität einen tiefen Einschnitt in gewachsene soziale Strukturen – mit direkten Auswirkungen auf Familien, die ohnehin schon täglich um Teilhabe kämpfen.

Ich finde: Diese Debatte gehört in die Öffentlichkeit. Und sie braucht Solidarität und Verbündetet. 

👉 Hier geht es zum vollständigen Bericht und zur Einordnung

Wie geht es euch damit, welchen Umgang habt ihr mit solchen Meldungen?

Von Herzen,
Sarah

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